Buchvorstellung von „Der radikale Mittelweg“ (gartenweden.de)

im Online-Magazin Garten WEden – Das wedische Magazin (Nr. 9)
gartenweden.de

von Michael Marschhauser (Miraculix)

„Die Überwindung von Atheismus und Monotheismus“ lautet der Untertitel des neuen Buches von Armin Risi. Der Schweizer Autor wähl bewußt „Überwindung“, nicht „Kampf“. Sein langes Studium östlicher und westlicher Philosophie (davon allein 18 Jahre in verschiedenen Klöstern als Mönch) und sein grundlegendes Wissen über Religionen und ihre Geschichte, gepaart mit einem naturwissenschaftlichen und spirituellen Rüstzeug fernab von Dogma ließen hier ein Manifest einer theistischen Weltsicht entstehen, das in seiner Tiefe beispielgebend ist.

Wer die früheren spirituellen Grundlagenwerke von Risi kennt, der auch als Lyriker und gefragter Referent bekannt ist, (u. a. „Vegetarisch leben“ - zus. mit Ronald Zürrer; das meistverkaufte Buch zum Thema Vegetarismus im deutschsprachigen Raum, „Gott und die Götter“, „Machtwechsel auf der Erde“ und „Licht wirft keinen Schatten“), wird hier sicher Vieles von dem wiederfinden, was er bereits kennt, jedoch einem Leser, der mit diesen Gedanken das erste Mal in Berührung kommt, öffnet sich ein profundes Bild, was in sich aufbaut, gründlich und gut recherchiert ist und viele originale Quellenverweise hat – wie bereits von seinen früheren Werken gewohnt.

Neu ist der besonders umfassende Verweis auf die Wurzeln, Verfremdungen und Ähnlichkeiten von monotheistischen Strömungen und ihrem scheinbaren Gegenpart – dem Atheismus in all seinen Ausprägungen (z. B. als Humanismus) bis in die Gegenwart –, deutlich gemacht in ihren materiellen Auswirkungen auf die Menschheit und den Planeten Erde. „An ihren Früchten werden wir sie erkennen“ ist dabei Risis roter Faden.

Er vergleicht in seinem Buch die 3 verschiedenen Weltbilder
Atheismus, Monotheismus und Theismus anhand ihrer drei verschieden angenommenen Urgründe des Seins:

  • Materie als physikalische Substanz und letztendlich in ihrer höchsten ausgeprägten Form Erzeuger von Bewußtsein. (Atheismus, Darwinismus)

  • ein Schöpfer, der sich nur durch eine einzige Konfession über eine Heilslehre wortgetreu offenbart (Kreationismus, monotheistische Religionen)

  • ewiges Bewusstsein sowohl im Relativen als auch im Absoluten (Involution = interdimensionale Evolution statt materialistischer Evolution) – so die theistische Weltsicht. Dem Autor geht es dabei vor allem um die Herausarbeitung eines Menschenbildes, wo der Mensch frei von Manipulation und sich seiner wahren Herkunft und Abstammung bewußt wird. Ausführlich beschreibt er die lange Reise des Wissens über unsere wahre Herkunft als geistige Wesen durch die Zeit der Dualität anhand der Entwicklung der – u. a. heiligen – Schrift(en), der Gründung von Geheimbünden und Mysterienschulen bis hin zur modernen Esoterik in ihrer atheistischen und monotheistischen Ausprägung.

Atheistische Fehlinterpretationen in den Naturwissenschaften, Ideologien und Philosophien werden ebenso aufgezeigt, wie die absolutistischen intoleranten Formen der Erklärung von uns und unserer Welt, die verschiedene Religionen hervorgebracht haben. Risi zielt auf den verbindenden, positiven theistischen Kern aller Religionen und Weltanschauungen, somit auf die gemeinsamen Wurzeln, geht parallel ebenfalls an die Wurzeln des Übels der Spaltung der Menschheit, um
„dadurch den Geist der Spaltung in der Welt zu überwinden“, wie er selbst gern formuliert. Eine radikale Wurzelsuche und -behandlung, wie ich finde, und ebenso ein Buch, was Mut macht.